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Für Griechischfreunde
und Griechischlernende :

῏Αρ’ ἀττικίζεις; – Sprechen Sie Attisch?«
Moderne Konversation in altgriechischer Umgangssprache


Von E. Joannides (i. e. Eduard Johnson),
Neubearbeitung
Nach heutigem Deutsch bearbeitet,
mit einer Einführung versehen und herausgegeben
von Helmut Schareika
 
   

Das hier in moderner Neubearbeitung vorgelegte Bändchen veröffentlichte der sächsische Lehrer Eduard Johnson (1840–1903) erstmals 1889 unter dem Pseudonym E. Joannides, aus, wie er schreibt »fröhlicher Ferienlaune« heraus. Unter dem bekannteren Pseudonym Georg Capellanus verfasste Johnson auch den geradezu zum Klassiker auf seinem Gebiet gewordenen Zwillingsband zu diesem Werk: »Sprechen Sie Lateinisch? – Moderne Konversation in lateinischer Sprache« (zuerst 1890).

Das ›Konversationsbüchlein‹ von Joannides-Johnson, der in zehn Kapiteln und darin in über sechzig Szenen nach Art heutiger Sprachführer Dialoge des täglichen Lebens in originalen altgriechischen (attischen) Wendungen vorführt, spielt, wenn man so will, eine Vorreiterrolle in der Befassung mit dem Altgriechischen als gesprochener Sprache und stellt in seiner Art auf dem Felde des Griechischen überdies ein Unikat dar – wenn man will auch: ein Unikum –, das Spaß und Freude am Erlernen des Altgriechischen (Attischen) in lebendigen Alltagssituationen vermitteln will – und zwar damals ausdrücklich der Intention nach nicht einfach Liebhabern des Griechischen, sondern ausdrücklich Schülern selbst.

Dazu steigt der Autor aus dem erhabenen Kothurn von μῦθος und λόγος der meist rezipierten ›klassischen‹ Texte heraus und führt hinein in die lebendige, quirlige Sprache des täglichen Lebens des alten Athens: dies jedoch nicht in antiquarischer Weise anhand eines historisch oder historisierend gewonnenen Umfelds, sondern indem er – uns höchst modern anmutend – sich in das Alltagsszenario seiner eigenen (also der wilhelminischen) Zeit begibt und dabei den Sprechenden die authentischen Ausdrücke des täglichen Grüßens, des Reisens, von Verliebtsein, von Kneipe und Schulunterricht, sogar des ganz unattischen Skatspielens in den Mund legt.

Joannides-Johnson selbst: »Griechisch gilt den allermeisten für eine im Grunde unlernbare Sprache, deren man nimmermehr so mächtig werden könne, wie einer neueren, die man leidlich beherrscht. Vorliegendes Büchlein, das fröhlicher Ferienlaune seinen Ursprung verdankt, möchte den Gegenbeweis führen, indem es einen ersten Versuch macht, attische Umgangssprache in ihren gebräuchlichsten Wendungen zu lehren.
Wer die Umgangssprache eines Volkes kennt, hat den Schlüssel zum Verständnis seiner Schriftwerke gleich den Volksgenossen selbst.
Der attische Knabe brachte zur Lektüre griechischer Dichter, der attische Bauer in sein Theater oder in die Volksversammlung nur die Kenntnis der attischen Umgangssprache in ihrer einfachsten Form mit; sie befähigte zum Verständnis sophokleischer Dramen und perikleischer Reden. Die Sprache des Alltagslebens lieferte diejenigen Analogien, welche zum Erfassen der höheren Erzeugnisse in Rede und Schrift notwendig waren.
Man hat oft behauptet, dass es erstaunlich wenig Worte und Wendungen sind, mit denen der gemeine Mann in seiner Muttersprache auskommt und die ihn befähigen, auch das zu verstehen, was für ihn Neubildung ist. Sollte es nicht möglich sein, dem Athener seinen verhältnismäßig kleinen Urvorrat abzulauschen, somit die Sprache in ihrem Kerne zu erfassen und diese Worte und Wendungen demjenigen, der Griechisch wirklich lernen will, geläufig zu machen?«

Ein Klassiker also, geleitet von nach heutigen Maßstäben höchst moderner Lernmethodik!

bei: Helmut Buske Verlag, Hamburg 2012
(erschienen)

 

Inhalt

Einführung des Herausgebers              7

Vorbemerkungen des Verfassers              11

Kleine Regeln und Beobachtungen              14

 

Gespräche           27

 

A.             Allgemeine Grüße und Unterhaltung             24

1. Guten Tag – Gruß          27

2. Wie gehts?          27

3. Was fehlt Ihnen?          28

4. Leben Sie wohl! – Verabschiedung          29

5. Bitte!          30

6. Danke!          30

7. Können Sie Griechisch?          31

8. Fragen          32

9. Wie heißen Sie?          32

10. Wie viel Uhr?          33

11. Tageszeiten          34

12. Aktueller Zeitpunkt. Feste          34

13. Das Wetter          35

14. Abreise          36

15. Unterwegs          37

16. Warte!          38

17. Komm her!          39

18. Bier her!          40

19. Hunger          41

20. Die Mahlzeit          42

 

B.             In der Schule             44

21. Auf in die Schule          44

22. Zu spät gekommen!          44

23. Schriftliche Arbeiten          45

24. Grammatisches          46

25. Verkehrte Antworten          47

26. Eine Abbildung          48

27. Griechische Dichter          48

28. Übersetzen          50

29. Beschäftigt          51

30. Lob und Tadel          52

31. Singen          53

32. Sie haben recht          54

33. Ja!          54

34. Nein!          55

 

C.             Handel und Wandel             56

35. Er will Geld          56

36. Auf dem Flohmarkt          57

37. Beim Herrenausstatter          58

38. Schuhkauf          59

39. Auf dem Obstmarkt          59

 

D.             In Gesellschaft             60

40. Beim Tanzen          60

41. Eine Geschichte          61

42. Ich weiß nicht          62

43. Die Schöne und die Hässliche          63

44. Herr Schulze          64

45. Wie alt?          65

 

E.             Liebesglück und Liebesleid             66

46. Liebessehnsucht          66

47. Soll ich?          67

48. Nur Mut!          68

49. Liebesglück          68

50. Die ›Schwiegermutter‹ tritt auf          69

51. Wie ärgerlich!          70

52. Keine schlechten Witze          71

53. Ende gut, alles gut          72

 

F.             Im Hause             72

54. Da wohnt er          72

55. Am Morgen          73

56. Sitzen. Stehen          75

57. Frau und Kinder          75

58. Kinderlärm          76

59. Kindererziehung          77

 

G.             Aus dem politischen Leben             78

60. Parteileben          78

61. Im Parlament          79

 

H.             Beim Skatspiel             81

62. Ein »Spiel mit Redensarten«          81

63. Ein Grand          82

 

J.             Sprichwörtliches             84

 

Altgriechische (auch gut gebildete neue*) Bezeichnungen
für moderne Begriffe aus dem Neugriechischen
             86

 

Zum Merken und Zitieren             92

 

Anhang: Sprechen Sie Lateinisch? Von Kurt Tucholsky           95

 
     
   
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